- offener Brief an die Ultimo-Redaktion Bielefeld -
Sehr geehrte Ultimo-Redaktion Bielefeld!
Sehr geehrter Herr Thomas Friedrich!
Wir erhalten nun seit Tagen mit Absender ihrer Redaktion (info@ultimo-bielefeld.de) anonyme Reaktionen auf Presseinformationen des Unrast Verlages.
Auslöser war unser Pressehinweis zu Veranstaltungen von Unrast Autor_innen auf den 7. Linken Buchtagen in Berlin. Ohne Unterzeichner_in aber mit der typischen Signatur ihrer Redaktion wird uns mitgeteilt, dass Sie auf „diese veranstaltung von feiglingen“ nicht „hinweisen“ werden, „und wenn dann eben ganz anders….“. (info@ultimo-bielefeld.de 06.07.2009 15:22)
Diese anonyme verfassten Botschaften an die Adresse des Unrast Verlages enthalten aus unserer Sicht obskure, verschwörungstheoretische und mit Drohungen versehene Inhalte. Aufforderungen an die Redaktion, uns den Sachverhalt zu erklären, sind Sie trotz deutlicher und freundlicher Ansprache nicht nachgekommen. Stattdessen reagieren Sie mit weiteren anonym Antworten. In Ihrem Interesse und im Interesse Ihrer Leser_innen bitten wir um deutliche und öffentliche Aufklärung.
Bitte beachten Sie, dass dieser Briefwechsel von uns hiermit öffentlich geführt wird, und wir dieses Anschreiben wie auch Ihre eventuelle Antwort zu Zwecken der Dokumentation, Lehre und Aufklärung veröffentlichen.
Willi Bischof
Presse
UNRAST Verlag | Hafenweg 31 |Postfach 80 20 | D – 48043 Münster |
Telefon: (0251) 666293 | Telefax: (0251) 666120
presse@unrast-Verlag.de | www.unrast-verlag.de
Aktuelle unrast_news:
http://twitter.com/unrast_news
Update, 22. Juli 2009
Wir sehen die seltsame Reaktion der Ultimo mittlerweile in einem deutlichen Zusammenhang zur öffentlichen Diskussion um den Umgang der Stadtillustrierten „Ultimo“ mit der Kritik am diskriminierdenden Sprachgebrauch, die mittlerweile über Bielefeld hinaus geführt wird.
Weiterführende Links dazu:
In Bielefeld hat sich das Bündnis für diskriminierungsfreie Medienkultur Bielefeld im Dezember 2008 aus engagierten Privatpersonen, kritischen Kulturkonsument_innen und Vertreter_innen unterschiedlichster lokaler Institutionen gegründet. Sie sehen ihre Aufgabe darin, „öffentlich darauf aufmerksam zu machen, wenn Medien in Bielefeld und Umgebung durch diskriminierende (z.B. rassistische, sexistische und antisemitische) Inhalte auffallen“. Sie verfolgen damit das Ziel, „zu einer kritisch-aufmerksamen Medienkultur beizutragen“. Im Mittelpunkt steht die mittlerweile über Bielefeld hinaus beachtete öffentliche Debatte um den Umgang des Stadtmagazin „Ultimo“ mit Kritik an der Anzeigenpaxis und dem als diskriminierend empfundenen Sprachgebrauch. So geht es um die Verwendung des N-Worts und Reaktionen an kritische Leser_innen, bei der einer privaten Person – „in einer Antwort des Setzers“ – heißt: „wenn du mein “n”-wort tatsächlich als ausdruck von rassismus deuten möchtest – ach gottchen: mögen dich deutsche schäferhunde vergewaltigen. dreimal täglich auf den ajz-klos…“. Der Unrast Verlag und die Initiative Kritische Medientage Münster begrüßen diese Initiative und werden sie unterstützen.
Der Fall Ultimo ist auch bereits seit Januar 2009 auch Gegenstand der bundesweit beachteten Media Watch Seite „Der braune Mob“.
Im März 2009 veröffentlichte das Bielefelder Bündnis eine Broschüre zur Kritik an der Ultimo. Die Broschüre ist online als PDF verfügbar. Hier.
Offener Brief (PDF) an die Ultimo von verschiedenen Gruppen aus Bielefeld (November 2008)
Schriftverkehr (PDF) zwischen IBZ und ultimo (September/ Oktober 2008)
Literatur zum Thema Alltagsrassismus und Rassismus und Sprache
Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hg.)
Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland
(Rezension h-soz-kult [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/id=7792&count=1028&recno=17&type=rezbuecher&sort=datum&order=down&epoche=22]), (Radio FSK: Interview mit Susan Arndt [http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=15497])
Grada Kilomba
Plantation Memories. Episodes of Everyday Racism.
[http://www.gradakilomba.com/Table%20of%20Contents.pdf Table of Contents]
Susan Arndt, Antje Hornscheidt (Hrsg.)
Afrika und die deutsche Sprache.
Ein kritisches Nachschlagewerk.
Speziell zum Thema Rassismus und Medien:
Siegfried Jäger / Dirk Halm (Hg.)
Mediale Barrieren
Rassismus als Integrationshindernis
Susan Arndt (Hg.)
AfrikaBilder
Studien zu Rassismus in Deutschland
1 Antwort auf „„und wenn dann eben ganz anders““