(k.m.) In den Sozialen Netzwerken tummeln sich vermehrt die neu rechten Diskurspiraten, die auf „links“ oder „Liberal“ machen, um dann meist subtil und versteckt rechts abzubiegen. Das „freie Denken“ lasse man sich nicht verbieten und so wird über den Holocaust und „Multikulti“ und eben „frei“ geplappert. Dabei fäng es meist harmlos und nett an. Wer ist nicht für „freies Denken“? Und schon habe ich so einen Freidenker 2.0 als Follower (Twitter) an der Backe. Oft werde ich erst stutzig, wenn scheinbar alles, was das Thema „Freiheit“ tangiert, oft in Form von Zitaten, gepostet wird. Aber gibt sich dieser Freidenker nicht als Freund der „Piraten“, schimpft hier und da über die „Parteien“ …? – Wenn die Freidenker 2.0 sehr dumm vorgehen, dann reicht mir eine Recherche bei einschlägigen Adressen wie der Jungen Freiheit oder der Blauen Nazisse, bei ultrarechten Burschenschaften und ich finde den „Freidenker“ dort als „Freund“ oder „Follower“ in deren Gesellschaft. Gefahr erkannt, das rechte U-Boot wird geblockt. Andere verhalten sich oft lange völlig unpolitisch und verlinken dann auf Seiten, die nur Insider verdächtig vorkommen. Beliebt sind Links auf die in Sachen Diskurspiraterie erfahrene, völkisch nationalistische Junge Freiheit und anderen Freunden der „Konservative Revolution“. Wichtig finde ich es, öffentlich anzusprechen, dass man bitte in seinem Umfeld von diesen Seiten keine Lektüre wünscht. Die Reaktionen, man betreibe damit „Zensur“, sind dann oft der Versuch, eine unnötige Diskussion anzuzetteln. Spätestens beim Wort Schlagwort „pc“, schalte ich auf Durchzug und freue mich über die frei gewordene Zeit.
Einen schnellen Überblick über die Themen und Organisationen der Neuen Rechten findet sich in dem Artikel der Wikipedia: Neue Rechte, der nach Ansicht der Bearbeitungsliste offensichtlich immer wieder von eben diesen Diskurspiraten attackiert wir. – Wie eben auch in der Wikipedia die Community mit rechten Tendenzen umzugehen versucht, kann im Blog zum Buch Wikipedia inside von Günter Schuler gut nachvollzogen werden.
Zu der erwähnten Online-Schülerzeitung „Blaue Narzisse“ finden sich hier Informationen:
Braune Burschen und Narzissen
“Blaue Narzisse”: neu-rechte Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Junge Freiheit 2.0 – Das jung-konservative Projekt www.blauenarzisse.de
Literatur mit intensivern Studien und Analysen zur Neuen Rechten, zu den Freunden der „Konservativen Revolution“ und der Jungen Freiheit finden sich bei Unrast:
Bernhard Schmid
Die Neue Rechte in Frankreich
Andreas Speit & Paul Wellsow (Hg)
Die extreme Rechte in Deutschland
Jürgen Peters & Christoph Schulze (Hg.)
»Autonome Nationalisten«
Die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur
Alfred Schobert
Analysen und Essays
Extreme Rechte – Geschichtspolitik – Poststrukturalismus.
Edition Diss
Helmut Kellershohn (Hg.)
Die deutsche Stimme der jungen Freiheit
Edition Diss
Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.):
Völkische Bande
Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie
Edition Diss
Martin Dietzsch/Siegfried Jäger/Helmut Kellershohn/Alfred Schobert
Nation statt Demokratie
Sein und Design der »Jungen Freiheit«
Edition Diss
Helmut Kellershohn (Hg.)
Das Plagiat
Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit
Edition Diss
Regina Wamper
Das Kreuz mit der Nation
Christlicher Antisemitismus in der Jungen Freiheit
Edition Diss
Alexander Ruoff
Verbiegen, Verdrängen, Beschweigen.
Die Nationalgeschichte der Jungen Freiheit
Studentischer Sprecherrat der Universität München (Hg.)
Alte Herren – Neue Rechte
Rechte Normalität in Hochschule und Wissenschaft
Jean Cremet, Felix Krebs, Andreas Speit
Jenseits des Nationalismus
Ideologische Grenzgänger der ‘Neuen Rechten’
Immer noch empfehlenswert ist auch:
Margaret Feit, Die Neue Rechte in der Bundesrepublik: Organisation, Ideologie, Strategie, Frankfurt a.M. (Campus) 1987