Endstation Rechts setzt auf GO für Junge Freiheit

von kritische masse

Viele Piraten waren erschrocken über das Interview ihres Stellvertretende Vorsitzende Andreas Popp in der völkisch nationalistischen Junge Freiheit. Das Erfreuliche daran waren die intensiven politischen Auseinandersetzungen um das Politische dieser Partei. Besonders im Spreeblick wurde die Kursfrage gestellt und das unpolitisch pragmatische „Stimmen her, egal von wem“ kritisch hinterfragt.

Wer die Geschichte und insbesondere die Interviewpraxis der Jungen Freiheit und ihre Etablierunsversuchte rechter Ideologien über die Jahrzehnte bis heute verfolgt hat, der wundert sich nun über das SPD-orientierte Gegen-Rechts-Portal Endstation Rechts. Eine Partei, die für „Freiheit“ eintrete, müsse sich auch selbst an diese Freiheit halten, so lautet der „sachliche“ Kurzschluss von Robert Scholz bei Endstation. Mit dem Rosa Luxemburg Zitat „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“ am Ende dieses Statements für die Junge Freiheit wird suggeriert, die Freiheit würde eingeschränkt, wenn man der Jungen Freiheit kein Interview geben wolle. – Das ist nun genau das beliebte Türöffner-Argument aller extremen Rechten, das Kenner_innen im Internet nur allzu bekannt ist. Menschenverachtende Gedanken und Ideen und Politiken zu verachten ist politisch immer notwendig. Hier die Tür zu öffnen, bringt immer den Verwesungsgestank des Antidemokratischen. Stop it! Genau um das zu können, ist es allerdings äußerst notwendig, sich mit diesen antidemokratischen Medien zu beschäftigen und gute Analysen zu liefern (siehe Literatur).

Es gehört sicher zur politischen Klugheit, Weitsicht und Souveränität, wenn man die Dinge nicht nur nach ihrer Form betrachtet, sondern auch nach ihren Inhalten, Ansichten und Zielen. Leider ist hier bei Robert Scholz Endstation. Die Kritik, dass die Beschweiger des Holocaust einmal mehr eine gesellschaftliche kritische Gruppe in ihren Diskurs einbinden möchte, findet keine Beachtung. Im Gegenteil: Wenn Egon Bahr, Peter Glotz, Ephraim Kishon, Michel Friedmann oder der Generalsekretär von Milli Görüs schon mal auf den Zug aufgesprungen sind, dann ist der Weg nach dem Eindruck, den Scholz hier vermittelt, frei.

Endstation beim Nachdenken? Jeder hat die Freiheit, sich zu blamieren. Nein gegenüber Annäherungsversuchen rechter Ideologie zu sagen, ist eine Freiheit, die nicht mit Schweigen zu verwechseln ist und gerade in einer Demokratie großen Wert besitzt. Nicht zu informieren, aber die Lunte der jungen „Freiheit“ zu bedienen, ist mehr als fahrlässig.

Die SPD versteht sich als Volkspartei. Um das zu bleiben, verkaufen nun auch ihre Zugfahrkartenverkäufer, die vorgeben, nach dem Rechten zu sehen, Tickets für die Völkischen in der Tradition der „Konservativen Revolution“.

Dorthin sollten sich die Piraten nicht schleifen lassen, schon gar nicht über eine Verharmlosung völkisch gesinnter „Kulturkampf“-Organe und ihrer Profis.

Literatur zur Medien- und Diskurspolitik der Jungen Freiheit:

Wenn die ‚Junge Freiheit’ das Gespräch sucht …
(Buchauszug)

Martin Dietzsch/Siegfried Jäger/Helmut Kellershohn/Alfred Schobert
Nation statt Demokratie
Sein und Design der »Jungen Freiheit«

Regina Wamper
Das Kreuz mit der Nation
Christlicher Antisemitismus in der Jungen Freiheit

Helmut Kellershohn (Hg.)
Die deutsche Stimme der jungen Freiheit

Alexander Ruoff
Verbiegen, Verdrängen, Beschweigen
Die Nationalgeschichte der Jungen Freiheit

Helmut Kellershohn (Hg.)
Das Plagiat
Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit

Alfred Schobert
Analysen und Essays
Extreme Rechte – Geschichtspolitik – Poststrukturalismus.

Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.):
Völkische Bande
Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie

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Update
Quo vadis, Piraten? Nicht alles tun! - Blogbeitrag auf derFreitag vom 16.9.09

Da beim derfreitag nur mit Anmeldung diskutiert werden kann auf Wunsch auch hier gepostet:

Quo vadis, Piraten? Nicht alles tun!

Der Vize der Piraten Andreas Popp wird von der antidemokratischen Jungen Freiheit für eine Interview erpresst. Das löst zum einen eine erfreuliche Diskussion um das Politische in der Partei der Piraten aus (Spreeblick). Gleichzeitig melden sich aus verschiedenen Lagern merkwürdige Stimmen, die das Interview und die völkischen Diskurspiraten der Jungen Freiheit verteidigen.


Befreiungsrufe von der falschen Seite

Den Auschwitz-Beschwigern (Ruoff: Verbiegen, Verdrängen, Beschweigen ) und Holocaust-„Tabu-Brechern“ der Jungen Freiheit – siehe den Habitus dieses Genres („Auschwitzkeule“, pc- und „Gutmenschenterror“ … ), das sie mit der gesamten extremen Rechten einerseits und mit zahlreichen Stimmen in der Mitte der Gesellschaft gleichzeitig verbindet – wird vielstimmig eine Unbedenklichkeitsgarantie ausgestellt. Die Grundlage lieferten dazu schon immer zweifelhafte „Extremismus-Experten“ wie die CDU-Dr.-Macher-Opas (Jesse / Backes & Co.) und ihre Enkelnachwuchs vom Dresdener „Hannah Arend Institut für Totalitarismusforschung“ und die Diskurs-Freunde der Jungen Freiheit, die in ihrem Post-Querfront-Styl für „Mein-Kampf“-Lesekreise werben und dazu in der SPD eine Initiative gegen Rechts mit dem mehrdeutigen Namen „Endstation Rechts“ gegründet haben. Aussteiger sind hier natürlich an diesem Diskurs-Bahnhof der SPD herzlich willkommen. Einsteiger in die Junge Freiheit eben nicht minder. Sie waren die ersten, die sich in der Piraten-Diskussion mit einem Freibrief für die Junge Freiheit einmischten. Sie führen dazu an, wer schon alles der JF ein Interview gab. Sie reklamieren für die JF die „Freiheit des Andersdenkenden“ ohne die Denke und die Diskurspolitik dieser Anderen überhaupt zu hinterfragen. (Ausführlich zu dieser DiskursPiraterie siehe oben) Den Piraten reichte vielfach das Etikett SPD und „Endstation Rechts“. Die Junge Freiheit versteht sich zusammen mit der INSTAPO (Ifs / Götz Kubitschek und Karlheinz Weißmann) als Organ der Neuen Rechten und Strategen im „Kulturkampf von rechts“.


Aber wo stehen die Piraten und wohin gehen sie?

Bislang konnten sie glaubhaft vermitteln, dass es andere Wege gibt, Kinderpornographie zu stoppen, als die Einführung von Verboten und Zensur im Internet. Wird nun wie so oft, aus einem Streit um politische Inhalte durch den Wahlkampf ein Streit um Wählerstimmen? Sollten die Piraten besser eine politische Bewegung bleiben, die die gesamte Politik und Medien und den Wahn und das Lügenmärchen der Sicherheitsgesellschaft kritisch hinterfragt? Sind die Piraten noch glaubhaft, wenn sich ganze Fan-Scharen als unpolitische, technikgläubige und mittige Machbarkeitspolitiker outen? Ist das Internet schon „frei“, allein deshalb, wenn sich alles technisch Machbare umsetzen lässt?

Wer den Zweck der Verbote, von Zensur im Internet, den Versuch der Rückeroberung des Internets durch Staat und Markt politisch angehen will, der muss glaubhaft bleiben und über Inhalte reden. Stattdessen wird reflexhaft festgestellt, man sei weder links noch rechts. Rechts beginnt dort, wo man Auschwitz-Beschweigern als unbedenklich erklärt. Bildet Arbeitskreise, in denen über Kinderpornographie und Holocaust-Leugnern im Internet gearbeitet und diskutiert wird. Aber geht nicht allen eine Interview-Reputation.

Passen sich die Piraten ihren Gegnern an?

Sich als weder links noch rechts zu positionieren, ist ein Gebot seitens derjenigen, die aus ihrer Machtposition, aus Ausgrenzung und Unterdrückung heraus ungestört ihre Geschäfte machen wollen. Das ist eine verlogene Strategie. Die gemeinsame Basis aller Linken war schon immer eine kritische Analyse der Verhältnisse. Wenn die Verhältnisse im Internet nicht mehr analysiert werden, verlieren nicht nur die Argumente gegen Kinderpornographie ihre Glaubwürdigkeit. Ohne Analyse beteiligt man sich am Geschäft der Macht, reiht sich ein, im bunten Treiben der Ausgrenzungsgesellschaft. Welchen Anzug hätten sie den gern? Orange? Why not? Hauptsache der Anzug sitzt!

All zu zahlreich sind nun die Jungs im Trainingsanzug der Machtpolitik, die rund um die Piraten die „Freiheit“ der antidemokratischen Jungen Freiheit verteidigen. Mit dem Stolz der Facharbeiter degradieren sie alle kritischen Fragen nach Inhalten und Zielen einer präventiven Sicherheitsgesellschaft, die diese Bewegung als politische Bewegung ausgezeichnet haben.

Wessen Freiheit?

„Freiheit“ – vom Widerstand gegen Überwachung, zur Worthülse, zum Türöffner und Zuhälter.

Wer nur noch die Mythen der Technik, eingewickelt in der Wortblase „Freiheit“ auf den Markt tragen möchte und zu Holocaust-Leugnern lieber schweigen oder zumindest nicht nachdenken möchte, der hat schon lange keine Argumente mehr gegen die Überwachung des Internets. Mit dieser Haltung werden diese Jungs nicht nur zu Türöffnern für die „Mein Kampf“-Lesekreise, sondern zu Zuhältern für alle Formen herrschender Ausgrenzung und Ausbeutung, zu deren schlimmsten Formen die Kinderpornographie gehört. Hier stellt sich die Frage, wollen die Piraten Zuhältern der Macht sein oder ihre Kritiker?

Was zeichnete die Erfolge der „freien“ Internet-Bewegung aus?

Die wichtigsten Projekte im Internet entstanden aus einer Verweigerungshaltung gegenüber den herrschenden Normen und Werte von Staat und Markt. Nicht alles tun! Wir machen es selbst! Wissen und Kommunikation sind ein Bedürfnis aller Menschen und deshalb dürfen sie nicht eingeschränkt werden! Niemand sollte davon ausgegrenzt werden. „Freier Markt“, Nationen und ihre Staaten funktionieren jedoch nur durch eine mal größere oder kleinere Zahl von Ausgegrenzten. Sie brauchen Lizenzen und Verbote – Begrenzungen der Freiheit. Das sind Argumente, die jede Forderung nach Freiheit im Internet (und nicht nur dort) ihre Glaubwürdigkeit gegeben haben und zu riesigen Erfolgen geführt haben. Wer für „Freiheit“ kämpfen will, der kämpft nur glaubhaft, wenn er für die Freiheit aller kämpft und dabei zwischen diesen Zielen und den Zielen einer „Mein Kampf“-Freiheit unterscheiden kann. Dazu muss man nicht die Junge Freiheit abonnieren oder einen Mein-Kampf-Lesekreis fordern, sondern sie gründlich analysieren und aus den Analysen Konsequenzen ziehen: Keine Interviews für die Freiheit in den Medien, die Freiheit als eine Mogelpackung verkaufen!

Staaten und Nationen, Rechte und Neoliberale springen auf jeden Zug mit dem Namen „Freiheit“ auf. Für Milliarden Menschen war und ist noch heute das die Endstation ihrer Freiheit.

Piraten. Zieht die Notbremse! Bleibt Spielverderber! Seit ungehorsam! Macht nicht alles mit!

Wer für die Freiheit kämpft, kämpft für die Freiheit aller oder er wird zum Zuhälter von Unrecht, Ausgrenzung und Ausbeutung einer menschenverachtenden und antidemokratischen „Freiheit“.

Update
Piraten verraten ihre Basisdemokratie und Glaubwürdigkeit


10 Antworten auf „Endstation Rechts setzt auf GO für Junge Freiheit“


  1. Gravatar Icon 1 Berliner Juso 15. September 2009 um 16:21 Uhr

    In der Kritik der JF und des Endstation Rechts-Artikels kann man sofort einstimmen. Aber: Die Debatte in der SPD ist da auch schon weiter. Auf dem Bundesparteitag 2007 der SPD wurde unter anderem auf Juso-Initiative hin beschlossen (http://tinyurl.com/mc6dbn S.142):

    „Strikte Trennlinie ziehen
    Die Abgrenzung demokratischer Politiker/innen gegen rechtsextremes Gedankengut muss klar und eindeutig sein. Gemeinsame Auftritte mit Vertretern der NPD oder DVU auf Veranstaltungen und Podien nutzen in der politischen Auseinandersetzung nicht. Es darf auch keinerlei Beiträge oder Interviews für extrem rechte Zeitschriften geben. Dies gilt insbesondere für Blätter wie die „Junge Freiheit“, die sich damit als demokratisch
    legitimieren wollen. Das bedeutet vor allem, dass Sozialdemokraten rechtsextremen Zeitungen keine Interviews geben und keine Vorträge vor rechten Bildungswerken und Stiftungen halten.“

  2. Gravatar Icon 2 Robert Scholz 15. September 2009 um 16:57 Uhr

    Ich empfehle auch das „Buch gegen Nazis“ von Holger Kullick und Toralf Staud. Hier schreibt Wolfgang Gessenharter (der mit dem Scharnier) ausdrücklich, dass es sich bei der JF nicht um ein rechtsextremes Medium handelt. Die Analysen der Bücher, die sie zitieren, sind teilweise so lächerlich, dass sie in der Wissenschaft so gut wie keine Rolle spielen. Sie haben im übrigen auch das Buch von Stephan Braun und Ute Vogt über die „Junge Freiheit“ vergessen.
    Es ist auch immer wieder erstaunlich wie Personen ein Medium kritisieren, ohne je das Original gelesen zu haben. Sich bei der eigenen Kritik nur Sekundärquellen zu bedienen, ist ein Armutszeugnis. Wie wollen Sie so Ihrem eigenen Anspruch gerecht werden, Dinge nicht nur „nach ihrer Form zu betrachten, sondern auch nach ihren Inhalten, Ansichten und Zielen“. Sie hantieren mit Schlagworten nicht mit Argumenten.

  3. Gravatar Icon 3 kritische masse 15. September 2009 um 17:09 Uhr

    Herr Scholz, Antidemokraten salonfähig zu machen, ist nun wirklich „lächerlich“. Wo sind ihre Analysen?

    Es ist sehr erfreulich, dass bei den Piraten eine politische Diskussion einsetzt.

    Stimmen fangen kann jeder.

  4. Gravatar Icon 4 andrax 15. September 2009 um 17:55 Uhr

    „Original lesen“, Herr Scholz, dass klingt nach einem weiteren Statement für die Junge Freiheit.

    Als ich die Junge Freiheit zum ersten Mal gelesen habe, da erschien sie mir auch recht harmlos aber schon sehr merkwürdig. Erst beim wiederholten Lesen fallen einem beständig die Strategien auf. Ein Beispiel: Da wird gerne und viel im Habitus des Tabu-Brechens von pc, Gutmenschen etc. im Zusammenhang mit dem Holocaust geredet. Genau an diesem Tenor übrigens sehe ich ihr Statement andocken, gerade, weil es ohne Analyse aus kommt und dem „Blatt“ (Nein: das ist ein Organ, dass sich dem „rechen Kulturkampf“ verschrieben hat) auch noch einen Freibrief austeilt. Ob Politologen die Junge Freiheit nun als rechtsextremistisch (also im Sinne des umstrittenen Verfassungsschutzes) beurteilt ist für mich ziemlich ohne Aussage. Rassismus, Antisemitismus, ultra Nationalismus und jegliches Relativieren von Auschwitz ist unakzeptabel. Einem solchen „Blatt“ gibt man keine Reputation, so wie sie das nun hier machen. Gerade nicht, wenn sie vorgeben über rechte Ideologien aufklären zu wollen. Davon fehlt in ihrem Statement bei der SPD-Entstation alles.

    Noch dazu mischen sie sich unsachlich in einer wichtigen Debatte der Pirate ein. Es ist doch logisch, dass viele Partei-Fans jetzt ihren Vize das Gesicht wahren wollen. Ihr Statement nutzt diese Situation aus. Ihre Aufgabe wäre es gewesen, aufzuklären und nicht die Junge Freiheit schön zu reden.

    Wenn sie etwas Internet-Erfahrung hätten, dann würden sie das Türöffner-Argument von @kritische masse verstehen.

    Im übrigen stößt man auf die Junge Freiheit nicht freiwillig. Ich war sehr dankbar zum Beispiel für die Arbeiten des DISS – die ja auch angeführt werden. Sie ermöglichen es gerade nicht nur einen Text aus der Jungen Freiheit so oder so zu verstehen, sondern man erfährt etwas über die Diskurse, die ja nicht erst in der Jungen Freiheit wirksam werden. Und wenn man gegen diese Strategien rechter Ideologie und Holocaust-Beschweiger etwas ausrichten möchte, so sollte man schon gar nicht die Masche fahren: Mensch, so schlimm ist dieses eine Interview doch gar nicht. Wer so argumentiert, lässt sich für die Diskursstrategie der Jungen Freiheit einspannen.

    Nein, man sollt nicht bloß das „Original“ lesen. Das ist ein naiver Ratschlag mit einer völlig unberechtigten Unbedenklichkeitsgarantie.

  5. Gravatar Icon 5 Besserscheitern 15. September 2009 um 19:26 Uhr

    Ich glaube zwar nicht, dass die Piraten der alten SPD Konkurrenz machen können, aber die Haltung gegenüber ihnen von Seiten ER ist ja nicht verwunderlich. Das sind halt Konkurrenten im demokratischen Wettstreit. Und so wie ER auch sonst versucht mit einem Alleinvertretungsanspruch aufzutreten, so schlagen sie eben auch diesen Mal wieder auf „die Anderen“ ein.

  6. Gravatar Icon 6 sauercraut 16. September 2009 um 12:56 Uhr

    Großartiger Artikel.

  7. Gravatar Icon 7 Albrecht Kolthoff 16. September 2009 um 14:46 Uhr

    Wenn schon Wolfgang Gessenharter aus dem „Buch gegen Nazis“ angeführt wird, sollte er auch ein wenig vollständiger zitiert werden. Gessenharter sagt dort nämlich nicht nur, dass man an der Jungen Freiheit „nichts Rechtsextremes erkennen“ werde, weil sie „seit Jahren alles“ vermeide, „was ihr nach den Rechtsextremismus-Kriterien des Verfassungsschutzes vorgeworfen werden könnte“. Weiter heißt es dort:

    Nur decken diese Kriterien eben längst nicht alles ab, was für einen konservativen Demokraten, so Gessenharter, „eigentlich unakzeptabel sein müsste“.

    Unakzeptabel ist das offensichtlich auch für den konservativen Demokraten Wolfgang Bosbach (CDU), der dem „Netz gegen Nazis“ sagte:

    [Frage] In dieser Grauzone bewegt sich auch ein Blatt wie die „Junge Freiheit“. Sie haben mal kategorisch gesagt, sie würden dieser Zeitung nie ein Interview geben…

    [Antwort Bosbach] … und dabei bleibt es auch! Die „Junge Freiheit“ hat sich einige Zeit redlich darum bemüht, mich für ihre Zwecke einzuspannen, was ich immer abgelehnt habe. Anschließend erschien dann ein wüster Artikel, der mich in die Nähe von Kommunisten gerückt hat. Seitdem weiß ich, dass es richtig war, um diese Publikation einen Bogen zu schlagen.

    Das für einen konservativen Demokraten Unakzeptable sieht offenbar für manchen Sozialdemokraten durchaus akzeptabel aus.

    Gut, dass wir verglichen haben.

    Ach so, dann aber doch noch ein weiterer Sozialdemokrat aus dem „Buch gegen Nazis“:

    Die Junge Freiheit verstoße „nicht gegen geltendes Recht“, hat Sebastian Edathy (SPD), der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, einmal über das Blatt gesagt. Natürlich gehöre es zu einer Demokratie, dass die Zeitung erscheinen darf. „Aber zur Demokratie gehört auch das Recht, sagen zu dürfen: Dieses Blatt ist ein rechtsradikal ausgerichtetes Blatt.“

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  3. 3 Endstation Nazi-chic « unrast wild.cat Pingback am 03. November 2009 um 19:57 Uhr
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