(k.m.) Der WDR plant einige der ältesten und beliebtesten türkischsprachigen Sendungen aus dem Programm zu nehmen. Finanzielle Gründe erscheinen hierfür nicht plausibel.
Gestrichen werden sollen die Morgen-Sendungen und die Sendungen an Sonntagen zwischen 19:30-20:00 Uhr. Vollständig soll die Sendung Café Alaturka aus dem Programm gestrichen werden. Damit würde die Sendezeit von 7,35 Stunden auf 5 Stunden wöchentlich reduziert werden.
Das bisherige Programm:
Mo – Fr: 06:05-07:00 (Köln Radyosu- Morgen Sendung) “ 55 Min.”
Mo – Fr: 19:30-20:00 (Köln Radyosu- Abend Sendung) “30 Min.”
So: 19:30-20:00 (Köln Radyosu- Abend Sendung) “30 Min.”
So: 15:05-17:00 (ÇILGIN Jugend Sendung) “110 Min.”
So: 17:05-18:00 (Café Alaturka) “55 Min.”
Das Programm nach den Änderungsplänen:
Mo – Fr: 19:00-20:00 (Köln Radyosu-Abend Sendung) “1 Stunde”
So: 15:05-17:00 (ÇILGIN Jugend Sendung) “110 Min” (deutsch)
Die Türkische Gemeinde in Deutschland fordert nun von WDR Intendantin Monika Piel, WDR Hörfunkdirektor Wolfgang Schmitz und Funkhaus Europa Programmchef Thomas Reinke eine Erklärung für die beabsichtigte Veränderung der Programmstruktur von Funkhaus Europa.
# TGD: Zur geplanten Veränderung der Programmstruktur von Funkhaus Europa. 5.11.09
„Migranten in diesem Land brauchen ein Programm, das in Deutschland produziert wird und ihre Themen aufnimmt.“ Mely Kiyak, FR
Mit ihrer – wie so oft – sehr lesenswerten FR-Kolumne reagiert Mely Kiyak auf den Fauxpas des WDR:
# Liebe Monika Piel! Mely Kiyak in der FR v. 7.11.09:
„Verehrte Frau Piel, zwischen Freunden sollte man keine Restaurant-Rechnungen teilen, aber die türkischsprachigen Bürger hören den WDR nicht nur, sie bezahlen ihn durch ihre Gebühren auch! 60 Prozent der türkischstämmigen Bürger in Deutschland hören Radio, 24 Prozent von ihnen Köln Radyosu morgens und abends!
Die WDR-internen Studien belegen das und werden vor der Öffentlichkeit versteckt. In Nordrhein-Westfalen lebt eine Million türkischstämmige Zuhörer. Nun will Funkhaus Europa die türkischsprachigen Nachrichten gegen deutschsprachige ersetzen. Erscheint Ihnen dieses Handeln angesichts deutschsprachiger Nachrichten morgens um 6 Uhr auf WDR 1, 2, 3, 4, 5, WDR Fernsehen und wdr.de nachvollziehbar?“
--
Zu weiteren aktuellen Themen von k.m.:
Zensur bei Twitter, Facebook, Wikipedia & co. ?
--
Literatur bei Unrast:

Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai, Sheila Mysorekar (Hg.)
re/visionen
Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland
0 Antworten auf „Der WDR plant Einschnitte bei migrantischen Themen“