»Backstage«-Rassismus findet im Internet eine hemmungslose Öffentlichkeit

Viele verkneifen sich rassistische und sexistische Gedanken in der sichtbaren Öffentlichkeit, lassen sie aber im anonymisierten Internet freien Lauf. „Es ist eben nicht nur positiv, wenn sich Menschen durch Anonymität von sozialen Erwartungen befreien.“ – so lautet ein Fazit von Jessie Daniels über den sprudelnden Rassismus und Sexismus und jeglichen Formen der Diskriminierung im Internet.

Das Konzept des Soziologen Erving Goffman ist da ganz hilfreich, er unterscheidet zwischen »Frontstage«- and »Backstage«-Verhalten« – »Frontstage« zeigen wir beste Manieren, und »Backstage« sagen wir, was wir wirklich denken. »Backstage« war früher für die meisten Menschen die Familie oder der Freundeskreis, heute ist es das Internet. Das »Backstage«-Verhalten wird damit öffentlich. Viele Leute merken das auch nicht und posten Dinge auf Facebook, die sie sonst nur unter guten Freunden sagen würden, weil sie einfach vergessen, wie viele Menschen sehen können, was sie da von sich geben. Jessie Daniels in Jungle World v. 7. Januar 2010

Jessie Daniels, Dozentin am Hunter College in New York, forscht über Rassismus im Internet. 2009 erschien ihr Buch »Cyber Racism«. Die Jungle World führte mit ihr eine Interview über diskriminierende Kommentare in Internet-Debatten, über Anonymität und die Chancen und Gefahren internetbasierter direkter Demokratie:

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Jungle World v. 7. Januar 2010

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1 Antwort auf „»Backstage«-Rassismus findet im Internet eine hemmungslose Öffentlichkeit“


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