Die rechte Pro-Bewegung plant für den 27. März ihren Anti-Islam-Kongress im Gelsenkirchener Schloss Horst abhalten.
[antifa GE 21.01.2010 – indymedia] In einem großen „Enthüllungsbericht“ samt bösartigen Kommentar hat heute die WAZ Gelsenkirchen den Ort der eigentlichen Tagung zur Vorbereitung eines europaweiten Minarettverbotes nach Schweizer Vorbild öffentlich gemacht: Pro NRW wird am 27. März einen Parteitag im Gelsenkirchener Schloss Horst abhalten, in dessen Rahmen die geladenen in- und ausländischen Delegationen auch ihre Beratungen bezüglich der Durchführung eines EU-Bürgerbegehrens für ein verbindliches Minarettverbot durchführen werden.
Zu diesem Zweck hat pro NRW schon vor längerem einen rechtsgültigen Vertrag mit der Stadt Gelsenkirchen zur Nutzung des kompletten Erdgeschosses des repräsentativen Stadtschlosses in Gelsenkirchen-Horst abgeschlossen. Dieser Vertrag beinhaltet nicht nur die Nutzung der großen Glashalle, sondern auch die des „Rittersaals“ und des „Kaminzimmers“ für Beratungen, Pressekonferenzen, etc.
Die Stadt Gelsenkirchen hat laut WAZ bereits erklärt, rechtlich nichts gegen diese Veranstaltung unternehmen zu können, da dort auch regelmäßig andere parteipolitische Veranstaltungen stattfinden würden. Was die Stadt freilich „vergessen“ hat zu erwähnen: Genau das hatte man im Vorfeld des pro-NRW-Landesparteitages 2009 im Gelsenkirchener Schloss Horst versucht und damit vor Gericht eine heftige Abfuhr bekommen …
Zu den „Enthüllungen“ der WAZ erklärt der pro-NRW-Bezirksvorsitzende und Vorsitzende der Gelsenkirchener pro-NRW-Stadtratsfraktion Garry Hauer:
„Die Veranstaltungsorte unseres öffentlichen Rahmenprogramms sind ja schon länger bekannt. Unsere Mahnwachenserie am Freitag in verschiedenen Ruhrgebietsstädten hat bereits viele Schlagzeilen produziert, ebenso wie unser großer Sternmarsch auf die Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh am Sonntag, den 28. März, wo wir unter dem Motto ‚Abendland in Christenhand’ insgesamt bis zu 2.000 Teilnehmer erwarten.
Natürlich hätten wir auch den Ort der geschlossenen, nicht öffentlichen Beratungen in Kürze bekannt gegeben, aber wir gönnen den WAZ-Redakteuren ihren kurzen ‚Erfolgsmoment“. Weniger sportlich können wir allerdings die wirklich primitive und hasserfüllte Hetze des Redakteur Lars-Oliver Christoph in seinem dazugehörigen Kommentar nehmen. Wider besseren Wissens behauptet Christoph dort, dass sich pro NRW immer mehr der rechtsextremen NPD annähern würde und die die Durchführung von Mahnwachen vor islamistischen Zentren und Moscheen gar ‚Erinnerungen an eine Zeit (weckt), in der Nazis vor jüdischen Geschäften und Einrichtungen aufmarschiert sind’. Deshalb wäre es laut Christoph jetzt umso wichtiger, ‚über mögliche Aktionen und Schritte gegen die braune Brut nachzudenken’!
Die Entgleisungen dieses ‚Journalisten’ sind unglaublich und sprechen jeder journalistischen Ethik Hohn. Die NPD ist einer der schärfsten Gegner unserer freiheitlich-demokratischen Bürgerbewegung und will – ebenso wie Extremisten von linksaußen – im März gegen unsere Veranstaltungen im Ruhrgebiet aufmarschieren! Und pro NRW hat sich noch nie in irgendeiner Art und Weise antisemitisch verhalten oder geäußert, im Gegenteil! Woher kommt denn der moderne Antisemitismus? Doch wohl hauptsächlich aus den Kreisen islamistischer Einwanderer aus der Türkei und arabischen Staaten! Ausgerechnet uns in den Nazi-Topf zu werfen und in menschenverachtender Weise von unseren Mitgliedern und ausländischen Gästen als ‚brauner Brut’ zu sprechen – das ist wirklich extremistisch und demokratiefeindlich!“
Unrast Bücher der Kritik
demnächst erscheint:

Michael Lausberg
Die Pro-Bewegung
Geschichte, Inhalte, Strategien der »Bürgerbewegung Pro Köln« und der »Bürgerbewegung Pro NRW«
ISBN 978-3-89771-504-2
Spätestens seit ihren Wahlerfolgen ist eine intensivere Auseinandersetzung mit der Pro-Bewegung notwendig geworden. Im Zuge der aktuellen antimuslimisch-rassistischer Debatten um die Äußerungen Sarrazins oder des Schweizer Minarettverbots zeigt sich die Brisanz einer demagogischen und populistischen Bewegung.
In diesem Buch wird auf die Geschichte, inhaltliche Aussagen und Strukturen der Pro-Bewegung eingegangen. Neben der islamfeindlichen Agitation versucht sie besonders bei den Themenbereichen »Innere Sicherheit«, Korruption, »Bürgernähe« und »Abwehr des Multikulturalismus« im Hinblick auf die anstehenden Landestagswahlen im Jahre 2010 zu punkten. Unter dem spießbürgerlichen Gewand einer »Bürgerbewegung« transportiert die Pro-Bewegung rassistische Botschaften und bietet »einfache Lösungen« für komplexe gesellschaftliche und soziale Problemlagen an.
2 Antworten auf „Pro-Bewegung plant Anti-Islam-Kongress in Gelsenkirchen“