Rudolf Dietz, Agnes Miegel1, Peter Petersen2, Rainer Fetscher3, Werner von Braun4, Klaus Riedel, Ferdinand Sauerbruch5. Diese Herren und Damen Natinalsozialisten schmücken heute den Namen von Schulen in der BRD und finden sich auf ein Extra 3 Poster: Deutschlands schönste Schulnamen. Auf der Karte steht allerding vermerkt: „Eine unvollständige und noch zu ergänzende Auswahl. Stand 5. Februar 2010.
Hoffentlich gibt es bei der anstehenden Umbenennung der Schulen nicht so ein Drama wie aktuell um die Umbenennung des Göbenufers in May-Ayim-Ufer. Mit der Umbenennung erinnert die Stadt Berlin an ihre Beteilung an der Versklavung, von der Gröben persönlich profitierte. Für Kritik sorgte ein „Hetzarktikel“ des Historikers Götz Aly in der Berliner Zeitung, der die Aktivist_innen für eine Umbenennung als „Straßenschänder in Kreuzberg“ bezeichnete.
Nicht weniger tragisch wie das Festhalten an fragwürdige Pädagogen oder an Pioniere der Versklavung ist, dass auch heute noch auf Konzepte wie „Rasse“ oder „Eugenik“6 in den Wissenschaften zurückgegriffen wird.
Im neu erschienenen Sammelband „Gemachte Differenz“ zeigt die Berliner „AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften“: Ein biologisch begründeter Rassismus spielt im Wissenschaftsbetrieb weiter eine Rolle. Eine GID-Redakteurin sprach mit der AG über ihren Aktivismus, über Rassismus und Genetik, und darüber, wie man in Deutschland Rassismus kritisieren kann, wenn der Begriff „Rasse“ diskreditiert ist.
Gespräch mit Karsten Mayer und Alex Pisarek von der AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften.
Siehe auch in diesem Blog: Biologistische „Rasse“-Konzepte. Still Alive?
Unrast Bücher der Kritik

AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften (Hg.)
Gemachte Differenz
Kontinuitäten biologischer »Rasse«-Konzepte
ISBN 978-3-89771-475-5 | 376 Seiten | 19.80 Euro
Gemachte Differenz – Einleitung
- Achtung eine Balladendichterin. Ihre oDe an den Führer: „„LaßindeineHandFührerunsvorallerWeltbekennenDuundwirniemehrzutrennensteheneinfürunserdeutschesLand.“ (hier der Sache wegen ohne Punkt und Komma) [zurück]
- Verfasser der „Führungslehre des Unterrichts“, 1937 [zurück]
- siehe dort: „Im Jahr 1923 begann Fetscher, im Auftrag des Sächsischen Justizministeriums und der Rockefeller Foundation eine „Erbbiologische Kartei“ zu erarbeiten, die bis 1933 insgesamt 140.000 Menschen erfasste.“ [zurück]
- Die Wikipedia formuliert wie üblich trotzig: „Trotz seiner Pionierleistungen in der Raumfahrt blieb er wegen seiner Mitarbeit an der V2-Rakete und seiner Beteiligung an der Aufrüstung des Dritten Reichs umstritten.“ Tje, wenn heute noch „Bildungseinrichtungen“ nach ihm benannt werden … [zurück]
- siehe dort: „Im November 1933 beteiligte sich Sauerbruch mit einem eigenen Brief „An die Ärzteschaft der Welt“ am weltweit verbreiteten Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und zum Nationalsozialismus, bei dessen Präsentation auf einer Großveranstaltung er einer der Hauptredner gewesen war. Im darauf folgenden Jahr ernannte Göring ihn zum Staatsrat.“ [zurück]
- Siehe auch: Dorothee Obermann-Jeschke Eugenik im Wandel: Kontinuitäten, Brüche und Transformationen. Edition DISS [zurück]
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