Eine Rezension von Walter Kuhl der politischen Satiren über Rassismus von Sheila Mysorekar “
Dienstags gibt es Tantra-Sex“ aus weißer
Perspektive sendete Radio Darmstadt: Rothaarige Neandertaler und blonde Terroristinnen.
Walter Kuhl ist für seine engagierten und lesenswerten Rezensionen politischer Sachbücher und Zeitschriften sehr geschätzt. Die von ihm in den Satiren vermissten tiefschürfenden Analysen finden sich (nicht nur) in dem von Sheila Mysorekar mitherausgebenen Sammelband re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland.

Sheila Mysorekar
Dienstags gibt es Tantra-Sex
Politische Satiren über Rassismus, Sex und den Neandertaler
ISBN 978-3-89771-488-5
Ist Oliver Kahn ein Homo Sapiens? Warum sind Pornografen so schlecht in Erdkunde? Und was passiert, wenn Tante Gudrun den Tantra-Sex-Kurs in der Volkshochschule belegt?
»Dienstags gibt es Tantra-Sex« sind politische Satiren über Rassismus, Sex und die Kombination von beidem, zum Beispiel die Vorgänge im Bett von Hans Weißwurst. Geschichten über das Deutschland von heute, Geschlechterbeziehungen aller Farben und Kombinationen, und bemerkenswerte Wahrheiten über internationale Politik – zum Beispiel, dass Fußpilz die stärkste Waffe der US-Söldner in Südamerika ist.
Die Journalistin Sheila Mysorekar greift in ihr Arsenal von schwarzem Humor und scharfer Analyse: Es gibt witzige Geschichten über die deutschen interkulturellen Beziehungen, vor allem zwischen Mann und Frau, ebenso wie Satiren über politische Besonderheiten aus aller Welt. Wir begegnen türkischen Rentnern im deutschen Altersheim, dem Azubi bei al-Qaida, sowie dem ultimativen Feind: der stalinistisch-islamistischen Kokainmafiosi.
Und nicht vergessen: Bauchtanz ist keine Lösung!
Leseprobe
Extrem kurze Kulturgeschichte des reinrassigen Rheinlandes
Weitere Informationen
Bea Dorn schreibt in einer Sammelrezension zum Thema „Wie Rassismus, Sexismus und Klassengesellschaft zusammenhängen (außer an deutschen Unis)“ in der literatur konkret:
„… Erholung verschafft da Sheila Mysorekars »Satiren über Rassismus, Sex und den Neandertaler«. Das Ende des Rassismus heiße in Deutschland »Yes we Cem!«, spottet sie, und die besten Berufsaussichten hätten Frauen momentan in der FARC. Aus dem Handgelenk schmettert die schwarze Journalistin unsere Identitätskonstruktionen an die Wand und deckt mal polemisch bis albern, mal mit Hilfe historischer und politischer Fakten die Mythen in ihnen auf. Wenn sie dabei in verschiedene Rollen schlüpft, läßt der saloppe Ton (nix für Grufties) schnell vergessen, wer da eigentlich spricht (und wer aufs Korn genommen wird). Fraglich ist, ob die Parodie des deutschen Sprachgebrauchs beim weißen Durchschnittsleser Stereotype nicht eher reproduziert als aufbricht. Den dahinter verborgenen Sarkasmus zu begreifen, dürfte nicht gerade seine Stärke sein. Aber das kann nicht Mysorekars Sore sein, sie hat sich entschieden, ihr Publikum mit beneidenswerter Leichtigkeit zu unterhalten – und schafft dabei Unerhörtes: Wir lernen uns kennen und lachen darüber.“ (Siehe auch: im Blog )
Unrast Bücher der Kritik
Stichwort: Weißsein
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