Seminar der NFJ Berlin – 3.+4. April 2010.
Totalitarismustheorien, Extremismusansatz und ihre Folgen für linke Gesellschaftskritik und Praxis
Der hysterische Diskurs über eine angebliche „linksextremistische Gefahr“, die Neuausrichtung der Förderprogramme gegen sogenannten „Extremismus“, Razzien im Vorfeld antifaschistischer Proteste in Dresden…die politischen Folgen des Extremismusansatzes sind deutlich spürbar. Im Seminar wollen wir diskutieren, warum die Extremismusformel sich so großer Beliebtheit erfreut, welche Konsequenzen diese Analyse für linke Politik hat und welche Alternativen es zum Extremismusbegriff gibt. Und da kein Extremismusansatz ohne Verankerung in Totalitarismustheorien auskommt, gibt das Seminar eine Einführung: Totalitarismustheorien haben im 20. Jahrhundert versucht, Phänomene wie Faschismus, Nationalsozialismus oder Stalinismus unter ein Label zu fassen. Wir wollen der Frage nachgehen, inwieweit sich diese Erklärungsversuche bewährt und welche Funktion sie bis heute in Politik,Wissenschaft und Erinnerungsdiskursen haben?
Die Referent*innen sind Mitglieder von INEX (Initiative gegen jeden Extremismusbegriff).
Das Seminar findet in Berlin statt.
Weitere Informationen und Anmeldung:
http://www.naturfreundejugend-berlin.de/seminare
Siehe auch in diesem Blog:
extrem Banane

Unrast Bücher der Kritik

Markus Mohr / Hartmut Rübner
Gegnerbestimmung
Sozialwissenschaft im Dienst der »inneren Sicherheit«
Mit einem Vorwort von Friedrich C. Burschel
ISBN 978-3-89771-499-1
Die Verfassungsschutzbehörden haben sich nach dem Verschwinden der DDR zum Teil neu aufgestellt. Neben ihren Kernaufgaben, dem mit vielfältigen Methoden betriebenen Beschaffen von Gegner-Informationen, mischen sie verstärkt in der Forschungs-, Bildungs- und Wissenschaftslandschaft mit. Die hier vorgestellte scheinbare Offenheit impliziert eine Reihe von diskursiven Winkelzügen, mit denen der aktuelle Behördenauftrag mit den Weihen des Akademismus unsichtbar gemacht werden soll. Das vorliegende Buch geht einigen dieser gut organisierten Operationen nach. Es zeigt, wie der Verfassungsschutz in Zeiten zufällig knapper Kassen für sozialwissenschaftliche Fachbereiche an den Universitäten aus Dummheit oder aus Kalkül der so Adressierten neue Bündnispartner für seine Politik gewinnt, die durch seinen gesetzlichen Auftrag festgeschrieben sind.
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