Die Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum wird verlänger bis zum 25. April 2010.
Anfang der 80er Jahre galt der Karneval als Fest der Spießer. Die Verbindung aus erstarrten Formen und Prunk stieß vor allem viele jüngere Kölner ab. Der „festverordnete“ Karneval mit seinen Honoratioren und dem unpolitischen Spaß an d‘r Freud passte nicht (mehr) zum vorherrschenden Lebensgefühl, den vielfältigen Protestbewegungen und wachsendem gesellschaftlichem Engagement. Spielfreude und politischen Motivation brachten ein Studentenprojekt auf die Idee einer alternativen Karnevalssitzung. In einer Mischung aus Aufklärung und Anarchie wurde traditionelles Brauchtum mit kabarettistischem Potential unterfüttert.
Unter dem Motto »Karneval instandbesetzt« fand 1984 die Uraufführung der Stunksitzung statt und wurde zum Initial für eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Die Zutaten: zugespitzte Kommentare zum politischen Geschehen, selbstironische Seitenhiebe auf Angehörige pädagogischer und sozialer Berufe, die gleichberechtigte Rolle der Musik in den Sitzungen, aber auch die Persiflage typisch-karnevalistischer Elemente sind auch noch im 25. Jahr Garanten für ungebrochene Attraktivität. Wir widmen der Stunksitzung eine kritische Hommage und zeigen ihre Wirkungsgeschichte in Form eines Buches und einer Ausstellung.
((c) Foto: Fulvio Zanattini via arge-kulturidee)
Öffnungszeiten
* Montags geschlossen
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* Mittwoch bis Sonntag 10–17 Uhr
* jeden ersten Donnerstag im Monat 10–22 Uhr
* an Feiertagen 10–17 Uhr
Buch
»Karneval instandbesetzt?«
25 Jahre Kölner Stunksitzung – Einem Phänomen auf der Spur
Hrsg. Petra Metzger, Georg Bungarten, Nadja Fernandes, Manfred Linke Sachbuch | 192 Seiten gebunden ISBN 978-3-00-029202-6
Ab 09.11.2009 in den Buchhandlungen erhältlich: € 29,80
Weitere Informationen:
http://www.arge-kulturidee.de/arge/
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