Auszug, Rezension von Britta Grell in Das Argument 289 mit dem Schwerpunkt „Die Stadt in der Revolte“ (6/2010) zu Andrej Holm: Wir Bleiben Alle! Gentrifizierung – Städtische Konflikte um Aufwertung und Verdrängung:
„Was den vorliegenden Band von den meisten Publikationen zum Thema jedoch unterscheidet, ist die spezifische Perspektive des Autors, die umfassendes Fachwissen mit jahrelangen Erfahrungen in stadtpolitischen Initiativen und sozialen Bewegungen verknüpft. Es handelt sich um keinen akademischen Text, sondern um ein Buch, das sich an alle richtet, »die sich grundlegend mit Fragen der Aufwertung und Verdrängung im Kontext der Stadtentwicklung auseinandersetzen wollen, die verstehen wollen, warum ihre Miete schon wieder gestiegen ist oder nach Anregungen für die nächste Aktion der gerade gegründeten Stadtteilgruppe suchen« (5f). Besonders gewinnbringend v.a. für diejenigen, die eher über wenig Vorwissen verfügen, sind die ersten drei Kapitel, die differenziert Forschungsergebnisse und Theorien zu Gentrifizierungsprozessen zusammenfassen.“
Unrast Bücher der Kritik

Andrej Holm
Wir Bleiben Alle!
Gentrifizierung – Städtische Konflikte um Aufwertung und Verdrängung
unrast transparent – soziale krise Bd. 2
ISBN 987-3-89771-106-8
80 Seiten | 7.80 Euro
Gentrification, die Inwertsetzung bisher preiswerter Wohnviertel, hat sich zu einem ständigen Begleiter städtischer Veränderungen entwickelt und steht für die neoliberale Version kapitalistischer Urbanisierung. Sanierte Häuser und neue Gewerbenutzungen stehen nicht nur für einen Wandel der Stadt, sondern vor allem für steigende Wohnkosten, die Verdrängung ökonomisch Benachteiligter und die Durchsetzung neuer Sozialstrukturen in den betroffenen Quartieren. Weltweit lösen diese immobilienwirtschaftlichen Aufwertungsstrategien Proteste und Widerstand der bisherigen Bewohner_innen aus. »Wir Bleiben Alle!« Das Recht zu Bleiben, ist dabei eine zentrale Forderung vieler Stadtteilinitiativen.
An auch internationalen Beispielen werden die Hintergründe und Wirkungsweisen städtischer Aufwertungsdynamiken ebenso nachgezeichnet, wie die Strategien von Stadtteilbewegungen und Anti-Gentrification-Mobilisierungen.
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